Seit wann gibt es Sexualität?

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26. 2. 2020

Ursprünglich gab es nur ungeschlechtliche Fortpflanzung. Einzeller teilten sich, Mehrzeller bildeten Ableger. So entstand immer wieder identisches genetisches Material.
Doch vor ca. 600 Millionen Jahren erschaffte die Natur die Fortpflanzung durch Sexualität. Der neuartige Vorgang der Meiose (Reifeteilung) entwickelte sich nach Studien des Biozentrums der Universität Würzburgs nur einmal und nicht wie man annehmen konnte, in mehreren Arten, unabhängig voneinander. Die nachfolgenden Differenzierungen an Fortpflanzungsstrategien beruhen alle nach dem Muster der Meiose, die sich bis heute erhalten hat. Was die neue Form der Fortpflanzung ausmachte, ist die Erhöhung des genetischen Variantenreichtums der einzelnen Individuen. Dies schaffte der Evolution einen außerordentlichen Vorteil. Dabei ist ein einziges Gen entscheidend.

Meiose - Sexualität

Warum ist die Fortpflanzung durch Sexualität die bessere Vermehrung?

Die Sexualität hat eine große Bedeutung für die Evolution. Obwohl Fortpflanzung durch Sexualität zeitaufwendiger und schwieriger ist als ungeschlechtliche Vermehrung hat sich im Laufe der Zeit diese Art der Fortpflanzung bei allen höheren Lebewesen durchgesetzt.
Die Nachkommen erhalten die Genome von zwei Elternteilen, die Gene werden dabei in jeder neuen Generation gemischt. Die Kinder haben damit manche Ähnlichkeiten mit ihren Eltern, jedes Individuum unterscheidet sich jedoch grundlegend von allen anderen, es hat seine unverwechselbare genetische Einmaligkeit. Eine Ausnahme davon bilden nur eineiige Mehrlinge.
Einfach erklärt, bringt die genetische Mischung den Genen neue Eigenschaften. Diese machen den neuen Organismus vor allem widerstandsfähiger gegen sich schnell weiterentwickelnde Krankheitskeime. Immer wieder kann man einen Wettkampf zwischen mutierenden Bakterien, Viren oder Pilzen und den höheren Lebewesen, wie Tiere und Menschen feststellen. Ohne der Sexualität und der damit verbundenen ständigen Mischung der Gene würden Parasiten leichtes Spiel haben.
Eine weiteres Plus der Vermehrung mit Hilfe der Sexualität ist die schnellere Anpassung der nachkommenden Lebewesen an neue Umweltbedingungen, z.B. bei der Eroberung neuer Lebensräume. Experimente zeigten, dass Lebewesen, die sich sowohl ungeschlechtlich als auch geschlechtlich vermehren können, in dem Moment zur geschlechtlichen Fortpflanzung übergingen, in dem sie an einen anderen Ort gebracht wurden, sprich andere als die gewohnten Bedingungen vorfanden. Welche Vermehrungsform dabei die bessere ist, entscheidet ein einziges Gen.
Ungünstige oder kranke Mutationen, die sich im Falle einer ungeschlechtlichen Fortpflanzung weitervererben würden, können nur durch die Eliminierung einer ganzen Erblinie ausgemerzt werden. Dies schafft Mutter Natur leichter mit Hilfe der Sexualität und der damit verbundenen Durchmischen der Gene.
Aufgrund dieser Tatsachen würden Zukunftsvisionen der Vermehrung, wie das reproduzierende Klonen wieder zu den gleichen Nachteilen, wie die ungeschlechtliche Fortpflanzung führen.

Sexualität – ein großer, ineffektiver Aufwand für die Nachkommen

Die geschlechtliche Vermehrung ist gegenüber der ungeschlechtlichen Fortpflanzung mit erheblichen Aufwand verbunden. Es kostet Energie und Zeit. Weibchen und Männchen müssen sich erst zusammenfinden, sich kennenlernen, lange umwerben, bevor die Sexualität zum Ziel der Fortpflanzung führt. Die Menschen heutzutage empfinden meist Sex als lustvoll. Als die Sexualität vor vielen Millionen von Jahren entstanden ist, war eine Vereinigung kein Vergnügen. Um der Sexualität bessere Konditionen zu bieten, kam irgendwann zur alleinigen Zeugung das Lustempfinden dazu.
Für manche Säugetiere und besonders für den Menschen ist es daher sehr reizvoll den Vermehrungsakt zu erfüllen, auch wenn die Fortpflanzung dabei mißlingt oder verhindert wird.

Erik, 3. 3. 2020
Ja ja, das kostet wirklich Zeit und Energie :D. Es ist aber riesiger spaß :P

Ein Gedanke zu „Seit wann gibt es Sexualität?

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